Ergebnisüberblick der Hochschulumfrage 2014/15

Ergebnisüberblick der Hochschulumfrage 2014/15

Mit dieser Umfrage konnten 72% aller österreichischen Hochschulen erreicht werden. Die befragten Hochschulen wurden durch 144 teilnehmende Personen repräsentiert.

Fort- und Weiterbildungen werden regelmäßig in Anspruch genommen

In der Regel besuchen die HochschulmitarbeiterInnen zwei oder mehr Seminare, nur sehr wenige nutzen Fort- und Weiterbildungsangebote nur einmal pro Jahr. Besonders eintägige Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen während der Arbeitszeit werden in regelmäßigen Abständen besucht. Diese finden primär im Inland statt. Obgleich Seminarinhalte und Veranstaltungsorte variieren, zeigen die MitarbeiterInnen aller Hochschultypen ein ähnliches Verhalten in der TeilnehmerInnenfrequenz.

Mehrheitlicher Wunsch nach erweitertem Bildungsangebot

Der Tenor der Umfrage ist, dass ein Manko im Angebot von Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen besteht. Insgesamt haben mehr als die Hälfte bis fast zwei Drittel aller Befragten diesen Mangel an einem der Angebote bestätigt. Für nahezu zwei Drittel der Führungskräfte wurde ein Minderangebot an unterstützendem Bildungsangebot für ihren Berufsalltag diagnostiziert. Für mehr als die Hälfte der VerwaltungsmitarbeiterInnen mit Führungsaufgaben und, im ähnlichen Ausmaß, für die Gruppe des wissenschaftlichen Personals mit Führungsagenden wurde der Bedarf an unterstützenden Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen für Führungskompetenzen bestätigt.

Rahmenbedingungen definieren Qualität

Wer kompetenzbildende Veranstaltungen gestaltet, ist für die Mehrheit der Befragten ebenso von Bedeutung. Vortragende aus dem Hochschulbereich sind erwünscht. Die Kosten, die mit den Fort- und Weiterbildungsaktivitäten entstehen, gehören zu den wichtigsten Entscheidungsfaktoren. Wie die Bildungseinheiten moderiert und strukturiert werden, ist für mehr als 85% aller Befragten von Bedeutung. Was nach dem Training unbedingt weitergegeben werden soll, sind digitale Unterlagen, die das Nachlesen von Informationen erleichtern.

Gemeinsame Plattform für Information, Austausch und Präsentation

Die Top 5 der wichtigsten Erwartungen an eine Plattform zeigen den Wunsch nach gezieltem Praxisaustausch bzw. Know-how-Transfer und der qualifizierten Zusammenarbeit von allen Hochschultypen.

Hohe Bereitschaft zur Mitwirkung an der Plattformgestaltung

Die Auswertung spricht eine deutliche Sprache: Mitgestaltungsbereitschaft entfaltet sich potenziell bei Themen des gegenseitigen Wissens- und Erfahrungsaustausches. Intrinsisch motiviert, scheinen vor allem Teilnahmen an Fort- und Weiterbildungen sowie Aktivitäten, die auf Teamarbeit bauen. 

Unterschiedlich relevante Weiterbildungsbereiche

Um potenzielle Bedürfnisunterschiede zwischen den einzelnen Gruppierungen abzubilden, wurden die TOP 10 der Fort- und Weiterbildungsbereiche herangezogen. Hiermit handelt es sich bei dieser Analyse nicht um spezifische Fortbildungen, sondern um thematische Bereiche wie etwa Führung und Management, die für den jeweiligen Hochschultyp mehr oder weniger Priorität haben. Insbesondere bei Themen der Führung, des Qualitäts- und Projektmanagements sowie der Kommunikation offenbart sich ein klarer gemeinsamer Nenner.

 

"Die gesellschaftliche Erwartungshaltung an österreichische Hochschuleinrichtungen (Universitäten, private Universitäten, Fachhochschulen, Pädagogische Hochschule) lässt erkennen, dass diese immer mehr den Prinzipien der Wirtschaftlichkeit und den damit zusammenhängenden Faktoren wie etwa Planung, Effizienz, Ressourcenoptimierung und dergleichen mehr folgen müssen. Freilich lässt sich das oft schwer mit der grundsätzlich geforderten Innovationsleistung von Hochschulen in Einklang bringen, da die Ergebnisse größtenteils aus kreativen, oftmals langwierigen Prozessen entstehen und daher auch die Planbarkeit eingeschränkt ist - gerade im Bereich der Forschung. Dennoch haben viele Hochschulen im Laufe der Jahre und Jahrzehnte gute Strategien und Praktiken entwickelt um diesen Herausforderungen gerecht zu werden. Die Ergebnisse der hier vorliegenden Studie, welche in dieser Form in Österreich erstmalig durchgeführt wurde, bildet eine erste Grundlage dafür, die vielfach vorhandene Expertise und die vielen Potenziale des Österreichischen Hochschulsektors sichtbarer zu machen und über die Initiative der Management- und Verwaltungsakademie der österreichischen Hochschulen zu vernetzen. Im Mittelpunkt der Bemühungen der Management- und Verwaltungsakademie steht vor allem die Intention der "Bündelung der Kräfte" im Bereich des Managements und insbesondere der Verwaltung. Als erste wesentliche Handlungsfelder haben sich die Bereiche Führung und Management, Hochschulentwicklung, Information und Kommunikation sowie Finanzen herauskristallisiert. In diesen Bereichen möchte die Management- und Verwaltungsakademie ihre Arbeit aufnehmen. Die Grundlage hierfür liegt nun vor - dafür möchte ich mich vor allem bei den teilnehmenden Hochschulen, dem Unternehmen research team und dem kleinen Team der Management- und Verwaltungsakademie bedanken. Es liegt ein langer und interessanter Weg vor uns. Allen, die sich mit ihrem Engagement und ihren vielen Ideen an der Management- und Verwaltungsakademie beteiligen, möchte ich herzlich danken, weil ich zutiefst davon überzeugt bin: "Gemeinsam geht mehr"!", betont Dr. Kurt-Martin Lugger, der Leiter des Personalressorts der Karl-Franzens-Universität Graz.